In Our Hands – Veranstaltungsreihe 2014

Wir alle wachsen in einem kapitalistischen Normalzustand auf, dessen Hierarchien und Diskriminierungen allgegenwärtig sind und uns Tag für Tag klein halten sollen. Wir können uns diesen Gegebenheiten nicht komplett entziehen, doch auf dem Weg dahin sie zu überwinden, können wir uns wenigstens in von uns selbst geschaffenen Freiräumen zurück ziehen. Solche Schutzräume geben uns die Möglichkeit, ein respektvolles Miteinander zunächst im Kleinen Wirklichkeit werden zu lassen.
Was aber, wenn auch hier kein Schutz vor Übergriffen gewährleistet ist? Wir alle können – bewusst oder unbewusst – Grenzen von Anderen übertreten, davor ist kein Mensch sicher. Wie können wir also unsere eigenen Communities möglichst herrschaftsfrei gestalten, so dass sich darin Anwesende nicht bedroht fühlen müssen? Und wenn es zu Gewalt kommt, welche Handlungsmöglichkeiten gibt es dann für uns abseits von einem staatlichen Justizsystem, in welchem Betroffene viel zu oft erhebliche Retraumatisierungen erfahren müssen?
Mit diesen Fragen wollen wir uns im Rahmen der Vortragsreihe „…“ auseinander setzen und uns gemeinsam mit euch näher mit so genannten Awarenesskonzepten bei sexualisierter Gewalt in linksradikalen Räumen beschäftigen. Alle Veranstaltungen werden in deutscher Lautsprache gehalten und sind offen für alle Gender_Inter_Trans. Es wird eine Einführungsveranstaltung geben, zu der alle interessierten Menschen kommen können sowie drei Workshops, welche allerdings jeweils eine begrenzte Teilnehmer_innenzahl haben. Wenn ihr euch dafür interessiert und anmelden wollt, dann schreibt uns gerne eine Mail – in_our_hands@riseup.net

Lasst uns darüber diskutieren, wie wir Sachen besser machen können –
Revolution starts at home and in our communities!

Veranstaltungen

22.6. Konzert zur Finanzierung der Vortragsreihe auf der Focke mit Mononoke (HC/Screamo) und Friend Crush (Queer Punk)

bitte meldet euch dann zu den Workshops über die folgende eMail-Adresse an:

in_our_hands@riseup.net

4. Juli, 18 Uhr: Definitionsmacht bei sexualisierter Gewalt
offener Einführungsvortrag

12. & 13. Juli, jeweils 13-19 Uhr: Überlegungen zu einem emanzipatorischen Umgamg mit Diskriminierung und Gewalt
Workshop von e*vibes

19. Juli, 13-17 Uhr: Community Accountability bei sexualisierter Gewalt
Workshop von transformative justice

2. August, 11-19 Uhr: Überlegungen zu einem emanzipatorischen Umgamg mit Diskriminierung und Gewalt (Part 2)
Workshop von e*vibes

4. Juli, 18 Uhr
Definitionsmacht bei sexualisierter Gewalt
-offener Vortrag –
Klaus-Haus, Leipzig

In diesem Vortrag wird das oft kontrovers diskutierte Konzept der Definitionsmacht als eine Möglichkeit vorgestellt der patriarchalen Gesellschaftsordnung zu begegnen und Macht umzuverteilen. Dabei wird grundlegend das Konzept erläutert, die Kontroversen in der Diskussion aufgegriffen, sowie ein Abriss des aktuellen Situation ohne die Anwennung der Definitionsmacht skizzert. Der Fokus liegt in diesem Vortrag auf sexualisierter Gewalt.

12. & 13. Juli, jeweils 13-19 Uhr
Über­le­gun­gen zu einem eman­zi­pa­to­ri­schen Um­gang mit Dis­kri­mi­nie­rung und Ge­walt
– Workshop mit Anmeldung –
Meuterei, Leipzig

Bei eurer Par­ty­rei­he kommt es immer wie­der zu Über­grif­fen und ihr wisst nicht wie ihr damit um­ge­hen könnt? Schon wie­der eine den Freun­d_in­nen­kreis spal­ten­de Dis­kus­si­on über De­fi­ni­ti­ons­macht?
Herr­schafts­ver­hält­nis­se struk­tu­rie­ren unser Den­ken und Han­deln. Deren Ana­ly­se und Kri­tik auf ge­samt­ge­sell­schaft­li­cher Ebene ist un­ab­ding­bar. In kon­kre­ten Si­tua­tio­nen stel­len wir uns vor die­sem Hin­ter­grund die Frage nach Hand­lungs­mög­lich­kei­ten und -​al­ter­na­ti­ven. Um­ge­gan­gen wird mit Dis­kri­mi­nie­rung und Ge­walt so­wie­so immer, nur meist igno­rant oder plan­los und damit oft Be­ste­hen­des ver­stär­kend. Aber auch ein be­wuss­tes “es ganz an­ders ma­chen wol­len” kann nach hin­ten los­ge­hen.

Wir sind keine An­ti­dis­kri­mi­nie­rungs-​Or­ga­ni­sa­ti­on, deren Blick bei der ju­ris­ti­schen Gleich­stel­lung der Men­schen endet oder für die die Exis­tenz von Po­li­zei und bür­ger­li­cher Recht­spre­chung ein­fach für alle Zei­ten vor­aus­ge­setzt ist. Aber wo sind die Al­ter­na­ti­ven?

Wir wol­len nach eman­zi­pa­to­ri­schen An­sät­zen su­chen, also in Rich­tung der Be­frei­ung der In­di­vi­du­en. Uns geht es um das rich­ti­ge Leben im Fal­schen – also das Un­mög­li­che, das so oft zur blo­ßen Elends­ver­wal­tung der ka­pi­ta­lis­ti­schen Zu­stän­de ver­kommt. Ein Un­ter­fan­gen, in dem man sich nun mal in Wi­der­sprü­chen ver­hed­dert.
evibes.blogsport.de

19. Juli, 13-17 Uhr
Community Accountability bei sexualisierter Gewalt
– Workshop mit Anmeldung –
Erythrosin, Leipzig

Was bedeutet Verantwortungsübernahme in deiner „community“ (Umfeld)? Was bedeutet es für dich? Was würdest du machen, wenn etwas gewalttätiges oder verletzendes passiert zwischen Freund_innen, Kolleg_innen oder Mitgliedern einer Gruppe, der du angehörst? Haben du und deine Freund_innen oder deine Politgruppe einen Plan, wie damit umgegangen wird, wenn ein sexueller Übergriff gegen eine_n aus der Gruppe von einem anderen Gruppenmitglied passiert?

‚Community Accountability‘ ist ein Konzept, dass von Oragnisationen in den U.S.A. wie Incite! Women of Color Against Violence entwickelt wurde um Täter_innen für gewaltsames Verhalten zur Verantwortung zu ziehen in einem durch das Umfeld organisierten und kontrollierten Prozess, außerhalb von Polizei, Gericht und anderen staatlichen Institutionen, die Gewalt und Unterdrückung aufrechterhalten. Es stellt eine Integration von Unterstützungsarbeit, Prävention und Bildungsarbeit, politische Aktivismus, und Täterarbeit vor.
tranformativejustice.eu

2. August, 11-19 Uhr
Überlegungen zu einem emanzipatorischen Umgang mit Diskriminierung und Gewalt – Part 2
– Workshop mit Anmeldung –
Atari, Leipzig

Leider haben uns „ask gerd_a“ abgesagt für diesen Workshop. Glücklicherweise haben aber e*vibes zugesagt einen weiteren Workshop anzubieten, der inhaltlich an den ersten anknüpft – d.h. es sind gewisse Vorkenntnisse, was Definitionsmacht und Community Accountability betrifft, wünschenswert.

Am Wochenende 12.+13.07. fand in Leipzig der erste Teil unseres Workshops statt. Dieser Teil war eher von Abstrakterem, Begriffsdiskussionen etc. geprägt. Viele hatten allerdings gerade auch Interesse am zweiten Teil, der sich u.a. konkreten Beispielen widmet. Da die Berliner Gruppe ask gerd_a ihre Veranstaltung für den 02.08. leider absagen musste, schlugen wir eine Weiterführung unseres Workshops an diesem Tag vor. Einige Teilnehmer_innen von Teil 1 werden wieder dabei sein, andere können aber gern dazukommen. Ihr habt dann zwar wichtige Diskussionen in dieser Gruppe nicht mitgeführt, aber wir werden versuchen, euch bestmöglich ‘hineinzuholen’. Ab 10:30 Uhr werden im Raum bereits einige Ergebnisse aus Teil 1 aushängen – gerade den neu Hinzukommenden empfehlen wir, dann da zu sein, da so Rückfragen noch unkompliziert geklärt werden können. Um 11 Uhr starten wir mit Teil 2, sonst kommen wir nicht durch. Bitte meldet euch unter in_our_hands@riseup.net an, dann erhaltet ihr noch etwas Vorbereitungsmaterial.

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